Rente mit 67 ist Programm für mehr Altersarmut
08.12.2010 - Alter: 1Jahr(e) -
Kategorie: Regionales
„Die Volkssolidarität bleibt bei ihrem Nein zur Rente mit 67 und fordert, diesen Irrweg endlich zu verlassen“, erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, am Donnerstag. „Dieses Vorhaben ist und bleibt sozial unverträglich und für die Mehrheit der Beschäftigten unter den heutigen Arbei tsbedingungen nicht akzeptabel. Das ‚Netzwerk für eine gerechte Rente’ aus Gewerkschaften und Sozialverbänden hat die gesetzliche Regelung sachlich und umfassend überprüft. Die dabei entstandenen vier Monitoring-Berichte zur Rente mit 67 belegen, dass die Zeit für eine Anhebung der Regelaltersgrenze nicht reif ist. Diese führt nur zu mehr Rentenabschlägen, damit zu niedrigeren Renten und in Folge zu drohender Altersarmut für viele.“
Winkler kritisierte erneut, dass die Bundesregierung mit ihrem Bericht zur Rente mit 67 die Lage älterer Beschäftigter beschönigt. "Tatsache ist, dass aktuell nur eine kleine Minderheit von weniger als zehn Prozent der 65-Jährigen aus einer versicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung heraus die Rente erreicht. Ein viel zu großer Teil der Älteren schafft es also nicht einmal bis 65 und muss daher Rentenabschläge in Kauf nehmen. Wer unter diesen Bedingungen die Anhebung der Altersgrenzen auf 67 Jahre in Gang setzt, r iskiert für einen großen Teil der Älteren Einbußen bei den Alterseinkommen und letztlich auch mehr Altersarmut."
Der Verbandspräsident forderte von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen statt schöngerechneter Statistiken eine Politik, die für echte Chancen von Beschäftigten sorgt, bis zum Eintritt ins derzeitige Rentenalter arbeiten zu können. Dazu gehörten vernünftige Bedingungen, von ausreichenden Arbeitsplätzen über Weiterbildungsangebote bis hin zu alters- und alternsgerechten Arbeitsbedingungen und gesundheitlicher Prävention im Betrieb. Dafür seien die Unternehmen verantwortlich, während die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen müsse, so Winkler. Notwendig sei ein grundlegender Wandel in der Arbeitswelt. Das könnte auch gegen den viel beschworenen Fachkräftemangel helfen. "Für die Volkssolidarität steht weiterhin eine grundlegende Reform der Gesetzlichen Rentenversicherung an, die wieder das Leistungsziel in den Vordergrund stellt, soziale Ausgleiche für Lücken in den Erwerbsbiografien sichert und längerfristig eine Fortentwicklung zu einer Erwerbstätigenversicherung ermöglicht."
V.i.S.d.P.: Tilo Gräser
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