Höherer Hinzuverdienst ist Ablenkungsmanöver
Höherer Hinzuverdienst ist Ablenkungsmanöver
„Der Vorschlag aus der Koalition, die Hinzuverdienstgrenzen für sogenannte Frührentner anzuheben, wirkt leider wie ein fragwürdiges Ablenkungsmanöver“, erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, am Dienstag. „Offenbar soll damit verdeckt werden, dass die Rente mit 67 wegen fehlender Vor aussetzungen auf dem Arbeitsmarkt und in den Unternehmen zu sozialen Härten führt und Altersarmut begünstigt. Wer heute nicht für mehr und bessere Arbeitsplätze für Ältere sorgt, löst die Probleme auch nicht mit höheren Hinzuverdienstgrenzen. Im Gegenteil – es werden eher Tür und Tor für eine Ausweitung des Niedriglohnsektors geöffnet. Ein solches ‚Trostpflaster’ mag für den einen oder anderen willkommen sein, insgesamt schadet es aber mehr als es nutzt.“
Schon heute erreiche die übergroße Mehrheit der unter 65-Jährigen wegen Arbeitslosigkeit, fehlender altersgerechter Arbeitsbedingungen in Unternehmen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht die Altersgrenze von 65 Jahren, betonte der Verbandspräsident. "Hier muss die Politik ansetzen. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf, damit Ältere nicht durch die Rente mit 67 in steigender Zahl vor Erreichen des Rentenalters in schwierige Situationen geraten, die sich negativ auf ihre Altersbezüge auswirken."
Winkler wies darauf hin, dass die Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen nichts an den lebenslangen Abschlägen für einen vorzeitigen Renteneintritt ändere. Ferner hätte dieser Schritt zur Folge, dass in vielen Unternehmen der Druck auf Ältere wachsen würde, vorzeitig in Rente zu gehen und somit bisherige Lohnanteile durch Rentenleistungen zu ersetzen - zum Schaden des Einzelnen, aber auch der Gemeinschaft der Rentenversicherten.
V.i.S.d.P.: Tilo Gräser

